veröffentlicht am 18.01.2019

sonoVTS: Insolvenzverfahren angemeldet

Sportliche Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien oder 2018 in Russland erfordern für die TV-Übertragung ein enormes Maß an technischer Ausstattung. Als Hersteller von Übertragungswagen sowie Sende- und Produktionsanlagen ist sonoVTS ein gefragter Partner bei der Umsetzung und Übertragung solcher Großereignisse.

Bereits 1987 wurde SONO Studiotechnik gegründet. Ein Unternehmen, das sich auf die professionelle Audiotechnik spezialisiert hatte. Um den Schritt in den internationalen Markt zu schaffen und sich auch bei großen Ereignissen im sportlichen oder politischen Bereich zu etablieren, fusionierte SONO Studiotechnik 2013 mit VTS. Ziel der Fusion war es, größere, vor allem internationale Projekte in allen erdenklichen Bereichen realisieren zu können. Durch die Fusion wurde sonoVTS zu einem gefragten Partner vieler Fernseh- und Hörfunkanstalten. Auch die FIFA zählt zu den Kunden der sonoVTS GmbH.

 

sonoVTS Portfolio nach der Fusion

Während sich die Sono Studiotechnik auf die Weiterentwicklung der professionellen Audiotechnik fokussiert hat, sollte der Schwerpunkt nach der Fusion auf der TV-Produktion von internationalen Sportevents oder politischen Großveranstaltungen sowie der Ausstattung von Sendestudios liegen. So konnte sich sonoVTS auch bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotchi und den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro durch die vielseitige und hervorragende Technik einen Namen machen. Viele von sonoVTS hergestellte Produkte haben dem Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal gebracht und die Qualität des Unternehmens unterstrichen.

 

Geld für Restrukturierung fehlt – SonoVTS meldet Insolvenz an

Nach der Fusion war der Betrieb vorerst auf zwei verschiedene Standorte verteilt. Durch die Vereinheitlichung von Vertreib und Produktion wurde ein neuer, gemeinsamer Standort geschaffen und die Geschäftsbereiche ausgedünnt, um eine gemeinsame Basis zu schaffen. Erst im Dezember 2018 war der neue Standort bezugsfertig, so dass die gut 100 Beschäftigten nach Eching wechseln konnten. Der Umzug konnte aufgrund einiger Verzögerungen deutlich verspätet angetreten werden, was, so scheint es, zur aktuellen Schieflage des Unternehmens beigetragen hat. Um das Geschäft weiter voranzubringen und die Position im Markt zu stärken sind weitere Restrukturierungsmaßnahmen notwendig. Doch dafür fehlt aktuell das Geld und das mittelständische Unternehmen, das rund 28 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftet, kämpft ums Überleben.
Der finanzielle Engpass ließ somit nur einen Schluss zu – die Insolvenzantragstellung. Der bereits vom zuständigen Amtsgericht bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Waldherr von der Kanzlei Jaffé hat HÄMMERLE mit der reinen Sachaufnahme und Bewertung am Standorten Eching sowie an den Niederlassungen Mainz und Köln beauftragt.

 

Trotz Insolvenz von SonoVTS – Die Geschäfte laufen vollumfänglich weiter

In vielen Gesprächen sagte der Geschäftsführer Stefan Krömer, dass die aktuellen Geschäfte wie vereinbart weitergeführt werden. Zudem führe er konstruktive Gespräch mit möglichen Investoren, um den Erhalt des Unternehmens zu gewährleisten. Für die Kunden ändere sich nichts, betonte Krömer. Durch die Übertragungen der Fußball-Weltmeisterschaften und der Olympischen Spiele hat sich Sono VTS einen international erfolgreichen Namen erarbeitet. Der Insolvenzverwalter ist zuversichtlich, dass ein geeigneter Investor gefunden wird, der das bis dato so erfolgreiche Unternehmen weiterführt und die notwendigen Restrukturierungen finanziert.

Bildnachweis: (© HÄMMERLE)

 

Autor: HÄMMERLE



 Zurück zur Übersicht